Die Sage von der Teufelskanzel

Die Sage von der Teufelskanzel

Die Werra bei Lindewerra macht dort eine Biegung wie ein U. Andere sagen es wäre ein Huf. Und wieder andere behaupten, das es sich um den Fußabdruck des Teufels handelt. Tatsächlich gibt es zwei Sagen die davon berichten.

Variante I: Die verpatzte Wette der Walpurgisnacht

„Es begab sich in einer jener stürmischen Walpurgisnächte auf dem fernen Brocken, als der Gehörnte inmitten der kreischenden Hexenscharen saß. Von Hochmut und finsterem Spotte getrieben, wettete der Belzebub gegen das lodernde Gezücht, er vermöge jenen gewaltigen Fels, auf dem er thronte, in einem Zuge bis zum Hohen Meißner zu tragen, ohne dass sein hinkender Fuß auch nur einmal raste.

Doch der Stein, schwerer als die Sünden der Welt, drückte ihn schier zu Boden. Als er den Kamm des Höhebergs erreichte, verließen ihn die Kräfte und der Schlaf übermannte das Unwesen. Die Hexen aber, die ihm in Schadenfreude gefolgt waren, fanden ihn schnarchend im Moose liegen. Ob ihres gellenden Gelächters und der Schmach seiner Niederlage, ließ der Teufel den Stein wutentbrannt an jenem Orte zurück, wo er noch heute als Teufelskanzel über das Land ragt.“


Variante II: Der gottesfürchtige Bauer und der Teufelssprung

„Vorzeiten geschah es, dass ein mächtiger Fels vom Höheberg brach und dem Teufel alsbald als Kanzel für seine gottlosen Predigten diente. Von dort oben schleuderte er seine Verderben bringenden Worte hinab ins Tal der Werra. Doch siehe, ein einfacher Bauersmann, gefestigt im Glauben und ohne Furcht im Herzen, trat vor den Gottseibeiuns und rief mit lauter Stimme: ‚So beginne Er doch Seine Rede mit dem Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!‘

Da fuhr dem Teufel der Schreck in die Glieder, als wäre er vom Blitz getroffen. In wilder Hast tat er einen gewaltigen Satz hinab in den Abgrund, und wo sein gespaltener Huf das Erdreich traf, da formte sich im Zorn der Natur der Lauf des Flusses zu einem eisernen Hufeisen. So zeugt die Krümmung der Werra noch heute von der Flucht des Bösen vor dem rechten Wort.“


Schon damals hat sich also gezeigt: Wer im Werratal zu laut die Klappe aufreißt (oder schlecht zu Fuß ist), verliert die Wette.

Hand aufs Herz: Wer von euch hat oben an der Kanzel schon mal versucht, den Hufabdruck nachzumessen?

Beitragsbild: Google Nano Banana mit Bearbeitung durch Canvas/Norbert Beck


Rechtschreibung

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